Ein Dorf

Die Visualisierung eines möglichen Netzwerkes

Globalisierung, Internet und soziale Medien haben die Welt kleiner gemacht. Virtuell ist jeder mit jedem verbunden. Die Welt ist wie ein Dorf geworden, in dem sich alle kennen. Aber wie sieht es in der Realität aus? Sind wir wirklich so vernetzt wie wir über Facebook und Co. die Welt wissen lassen wollen?

Wie vernetzt sind wir? In dem Fotoprojekt „Ein Dorf“ bin ich dieser Frage nachgegangen. Insbesondere hat mich interessiert, ob und wie Menschen in Gelsenkirchen-Ückendorf in Bezug zu einander stehen, inwiefern sie eine Gemeinschaft bilden.
Meine Vorgehensweise war einfach. Angefangen habe ich bei einem Menschen, der in diesem Stadtteil lebt. Von ihm habe ich ein Porträtfoto gemacht und ihn gebeten mir eine nächste Person in Ückendorf zu nennen, die ich anschließend portraitiert habe. Diese hat mich an die nächste Person verwiesen und so weiter und so fort…
Auf dieser Weise von einem Menschen zum nächsten gehend zeichnete ich ein lineares Netzwerk in Ückendorf auf. Jede Person in der entstandenen Serie kennt die Person vor und die Person nach ihr in der Reihe.

Ein Dorf

Ich war gespannt, ob ich während des Projekts mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Kontakt treten würde. Ückendorf ist wirklich bunt gemischt. Es gibt Menschen aus den verschiedensten Ländern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und unterschiedlichen Religionen. Es gibt junge und alte Leute, reiche und arme, gut ausgebildete und weniger ausgebildete, alteingesessene und neu zugezogene.
Ich hatte die Hoffnung, Vertreter möglichst vieler verschiedener Gruppen einzubeziehen. Das von mir gewählte Verfahren der Personenauswahl verbot mir jedoch, das sich formende Netzwerk zu beeinflussen.
Das Ergebnis ist auch eine Antwort auf diese Frage.